Einige Präzisionen zur Immobilienvermögensteuer („IFI“)

Verwaltungserlass vom 8. Juni 2018

Frankreich führte zum 1. Januar 2018 eine Immobilienvermögensteuer („IFI“) ein, die die alte Vermögensteuer („ISF“) ablöste. Wir berichteten hierüber bereits ausführlich. Die „IFI“-Erklärung war zum 15. Juni 2018 erstmalig abzugeben. In letzter Minute, am 8. Juni 2018, erging zu der neuen Steuerabgabe ein Verwaltungserlass. Hierzu nachstehend einige Informationen:

Die Abzugsfähigkeit von Verbindlichkeiten, die für den Erwerb oder Unterhalt der Hauptwohnsitzimmobilie eingegangen wurden, ist – soweit die anderen Kriterien für die steuerliche Anerkennung dieser Schulden erfüllt sind – auf die steuerliche Bemessungsgrundlage dieser Immobilie beschränkt. In Anbetracht der Tatsache, dass auf die Hauptwohnsitzimmobilie ein steuerlicher Abschlag von 30% vorgenommen werden darf, reduziert sich damit die Höhe der Abzugsfähigkeit der Verbindlichkeit entsprechend.
Mit anderen Worten: Bei einem Hauptwohnsitz-Immobilienerwerb von 3 Mio. €, für den in gleicher Höhe ein Darlehen aufgenommen wurde, kann dann nur ein Betrag von 2,1 Mio. € (30% von 3 Mio. €) abgesetzt werden. Entsprechend ist auch bei einer Zweitwohnimmobilie, die durch eine Immobiliengesellschaft („SCI“) gehalten wird und für die üblicherweise von der Steuerbehörde ein Abschlag von 10% akzeptiert wird, zu verfahren.

Der Erlass präzisierte auch die Haltung der Finanzverwaltung zu den noch laufenden „Pacte-Dutreil Vereinbarungen“. Es ist dabei zu erinnern, dass entsprechende Vereinbarungen geschlossen werden konnten, um eine 75%ige Befreiung von der alten Vermögensteuer („ISF“) zu erhalten. Die im „Pacte Dutreil“ eingegangenen Verpflichtungen, u.a. das Halten der betroffenen Anteile über sechs Jahre und die jährliche Abgabeerklärung hierzu, sind bis zum Ende der sechsjährigen Laufzeit einzuhalten, unabhängig davon, dass die Vermögensteuer („ISF“) ab 2018 wegfiel.

Geschrieben von

Dr. Kurt Schlotthauer ist der Gründer und CEO von Coffra. Seit 1972 engagiert er sich im deutsch-französischen Geschäftsumfeld. 1985 gründetet er Coffra. Zusammen mit über 140 Mitarbeitern betreut die Coffra heute mehr als 650 Unternehmen weltweit.