Die erstmalige Immobilienvermögensteuererklärung – Deadline 15. Juni

Gründe, die für eine äußerst vorsichtige Erstellung sprechen
Letzter Abgabetermin: 15. Juni 2018

Wie bereits schon mehrfach, insbesondere in der DiagnosticNews-Ausgabe Nr. 144 vom Februar 2018 dargestellt, wurde die alte Vermögensteuer („ISF“) Ende 2017 abgeschafft und ab 2018 durch die Immobilienvermögensteuer („IFI“), die sich ausschließlich auf den direkten und indirekt gehaltenen privaten Grundbesitz natürlicher Personen beschränkt, ersetzt. Wie bisher fällt für Steuerausländer weiterhin der von ihnen gehaltene private in Frankreich gelegene Immobilienbesitz darunter.

Die Eingangsschwelle für die Besteuerung ist unverändert ein Immobilienwert von mindestens 1,3 Mio. €, wobei für die Hauptwohnsitzimmobilie ein Abschlag von 30% vorgenommen werden kann. Soweit die Immobilie von einer Grundstücksgesellschaft („SCI“) gehalten wird, toleriert die französische Finanzverwaltung einen Abzug von 10%. Fremddarlehen, die für den Erwerb des Grundbesitzes aufgenommen werden, sind wie bisher abzugsfähig, Gesellschafterdarlehen hingegen meistens nur, soweit ihre Inanspruchnahme nicht aus rein steuerlichen Motiven erfolgte und marktübliche Konditionen zugrunde liegen. Darüber hinaus sind keine Kürzungen für sonstige Steuerlasten, außer für die Grundsteuer zulässig.

Die Bewertung der Immobilie bzw. der Anteile der Immobiliengesellschaften erfolgt zum Verkehrswert der Immobilie. Die bisher nur bei offensichtlicher Unterbewertung der Immobilie ausgelöste Prüfung durch die Finanzverwaltung dürfte in Zukunft häufiger eintreten und dies bereits aus rein fiskalischen Zwängen. Die alte Vermögensteuer erbrachte ein Steuervolumen von 5 bis 6 Mrd. €, wogegen das der „IFI“ derzeitig nur auf 800 Mio. € geschätzt wird.

 

Darüber hinaus besitzt die Finanzverwaltung in der Zwischenzeit ein ausgezeichnetes Computerprogramm „Patrimusager“, in dem alle durchgeführten Immobilientransaktionen aufgegliedert in Veräußerungswert, Baujahr, Grundfläche, Quadratmeterpreis, Standort der Immobilie etc. aufgelistet sind. Der Fiskus verfügt damit über ein effizientes Hilfsmittel, um anhand von ersten Vergleichswerten den in der Erklärung angegebenen Wert zu analysieren, bzw. zu verwerfen. Nebenbei ist das Computerprogramm der Allgemeinheit zugänglich.

Die in der neuen „IFI“-Steuererklärung eingeführten Pflichtangaben zu der Beschreibung der Immobilie, wie Anschaffungsjahr und Erwerbskosten, Größe und Aufgliederung dürften zu einer weiteren Einengung des Bewertungsspielraums des Steuerpflichtigen führen.

Und letztlich ist noch auf ein anderes wichtiges Argument hinzuweisen: Die Überprüfung bzw. die Infragestellung der „IFI“-Erklärung durch das Finanzamt erlaubt der Behörde, die Vorgänge der letzten drei bzw. in besonderen Fällen der letzten sechs Jahre der Vermögensteuerperiode zurückzuverfolgen und zu berichtigen.

Das Kapitel der alten „ISF“ ist also noch nicht abgeschlossen und sollte bei der Abgabe der „IFI“ 2018 im Hinterkopf behalten werden. Letzter Abgabetermin ist sowohl für Inländer als auch Steuerausländer der 15. Juni 2018.

Geschrieben von

Dr. Kurt Schlotthauer ist der Gründer und CEO von Coffra. Seit 1972 engagiert er sich im deutsch-französischen Geschäftsumfeld. 1985 gründetet er Coffra. Zusammen mit über 140 Mitarbeitern betreut die Coffra heute mehr als 650 Unternehmen weltweit.