Abberufung der Präsidenten einer SAS

Abgabe seiner Gesellschaftsanteile

Eine Gesellschaft erwarb die Aktienmehrheit an einer SAS (kleine Aktiengesellschaft). Gleichzeitig verpflichtete sich der Präsident, der weiterhin Aktionär blieb, bei Aufgabe seiner Mandatsfunktion seine Aktien an den Mehrheitsaktionär zu übertragen. Letzterer veranlasste die Abberufung des Präsidenten, was ihm erlaubte, dessen Aktien zu erwerben. Der abberufene Präsident berief sich auf die Bösgläubigkeit des Mehrheitsaktionärs und forderte für dessen Vorgehensweise Schadensersatz.

Das angerufene Gericht führte hiergegen aus, dass die abgeschlossene Vereinbarung keine Garantie hinsichtlich der Mandatsdauer des Präsidenten enthalten habe. Darüber hinaus hätte eine solche Klausel auch gegen die Statuten verstoßen. Diese sahen nämlich vor, dass der Präsident jederzeit durch eine Kollektiventscheidung der Gesellschafter, die mit einfacher Mehrheit zu erfolgen hatte, abberufen werden konnte. Das Gericht stellte fest, dass die Abberufung rechtmäßig vorgenommen wurde und verwarf die Klage des abberufenen Präsidenten.

Das Kassationsgericht schloss sich mit Urteil vom 8. November 2016 dieser Entscheidung an.

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Dr. Kurt Schlotthauer ist der Gründer und CEO von Coffra. Seit 1972 engagiert er sich im deutsch-französischen Geschäftsumfeld. 1985 gründetet er Coffra. Zusammen mit über 140 Mitarbeitern betreut die Coffra heute mehr als 650 Unternehmen weltweit.