Gerichtliche Aufhebung eines Arbeitsverhältnisses

Keine Aufrechnung der Verfehlungen des Arbeitnehmers mit dessen Überstundenforderungen

Folgender Sachverhalt lag der Entscheidung des Kassationsgerichtes vom 31. Januar 2018 zugrunde: Eine angestellte Friseuse forderte die gerichtliche Auflösung ihres seit 15 Jahren bestehenden Arbeitsvertrages. Dabei machte sie die Bezahlung von 60 Überstunden, die sie in den letzten drei Jahren angesammelt hatte, für einen Betrag von 826 € geltend. Der Arbeitgeber, der die Außenstände nicht bestritt, wendete hiergegen ein, dass die Angestellte in unangemessener Weise das Geschäftstelefon benutzt habe und ihm dadurch ein Gegenanspruch von 2.296 € entstanden sei.

Das Gericht hob den Arbeitsvertrag zulasten des Arbeitgebers auf. Die vom ihm geltend gemachte Aufrechnung wurde als unerlaubt abgewiesen.

Geschrieben von

Dr. Kurt Schlotthauer ist der Gründer und CEO von Coffra. Seit 1972 engagiert er sich im deutsch-französischen Geschäftsumfeld. 1985 gründetet er Coffra. Zusammen mit über 140 Mitarbeitern betreut die Coffra heute mehr als 650 Unternehmen weltweit.