Konsequenzen aus einer Bürgschaftsübernahme

Bürge war Buchhalter

Der Geschäftsführer einer Grundstücksgesellschaft („SCI“) übernahm, um die Rückzahlung eines der „SCI“ gewährten Darlehens abzusichern, eine Bürgschaftsverpflichtung. Als die „SCI“ nicht mehr in der Lage war, die Darlehensrate zu tilgen, wurde er von der Bank aus seiner Bürgschaft in Anspruch genommen. Der Geschäftsführer warf der Bank vor, ihm bei der Bürgschaftserteilung nicht auf die Konsequenzen der eingegangenen Verpflichtung hingewiesen zu haben.

Das angerufene Gericht stellte fest, dass der Geschäftsführer seit 18 Jahren Buchhalter der Gesellschaft war. Danach wäre er laut Gericht durchaus in der Lage gewesen, die der „SCI“ gewährten Darlehen zu würdigen, die nach Auffassung des Gerichtes keine besondere Komplexität beinhalteten. Darüber hinaus hätte er die Tragweite seiner Bürgschaftsverpflichtung als Buchhalter überblicken müssen.

Der Bürge war deshalb verpflichtet, so das Kassationsgericht, Urteil vom 6. September 2017, die Bankschulden der „SCI“ zu übernehmen.

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Dr. Kurt Schlotthauer ist der Gründer und CEO von Coffra. Seit 1972 engagiert er sich im deutsch-französischen Geschäftsumfeld. 1985 gründetet er Coffra. Zusammen mit über 140 Mitarbeitern betreut die Coffra heute mehr als 650 Unternehmen weltweit.