Diebstahl während eines Transportauftrages

Vollständige Entschädigung nur bei grober Fahrlässigkeit

Der Fahrer eines Gütertransporters stellte sein Fahrzeug während der Nachtzeit auf die Zubringerstraße zu einer Industriezone ab. Dabei wurde die Transportware gestohlen.

Der Transportunternehmer wurde zum Schadensersatz für die gesamte gestohlene Ware verurteilt. Das Gericht ging in seinem Urteil davon aus, dass der Fahrer mit großer Nachlässigkeit gehandelt habe.

Das angerufene Kassationsgericht berichtigte mit Entscheidung vom 13. Dezember 2017 das obige Urteil. Nach Auffassung des hohen Gerichts wäre nicht nachgewiesen worden, dass sich der Fahrer eines möglichen Diebstahls, als er den Wagen für die Nacht abstellte, bewusst gewesen war.

Für die Praxis ist darauf hinzuweisen, dass der Schadenersatzanspruch gegenüber dem Transportunternehmer für Diebstahl reglementiert und plafoniert ist. Eine 100% Entschädigung ist danach nur ermöglich, wenn es sich um ein mit grober Fahrlässigkeit begangenes Fehlverhalten handelt.

Geschrieben von

Dr. Kurt Schlotthauer ist der Gründer und CEO von Coffra. Seit 1972 engagiert er sich im deutsch-französischen Geschäftsumfeld. 1985 gründetet er Coffra. Zusammen mit über 140 Mitarbeitern betreut die Coffra heute mehr als 650 Unternehmen weltweit.