Irrtümliche Einstellung in ein Gesellschafterverrechnungskonto

Auslösung einer Versteuerung

Die Beträge, die einem Gesellschafterverrechnungskonto eines der Körperschaftsteuer unterliegenden Unternehmens gutgeschrieben werden, stehen bis zum Beweis des Gegenteils dem Gesellschafter zur Verfügung. Die Tatsache, dass die Zuweisung auf einem unwissentlich durchgeführten Buchungsfehler beruhte, steht dem nicht entgegen. Die Beträge werden als ausgeschüttete Einkünfte behandelt und sind von dem Gesellschafter als Kapitalerträge zu versteuern.

In dem zugrundeliegenden Urteil des obersten Verwaltungsgerichtshofes („Conseil d’Etat“) vom 14. Juni 2017 wurde diese Auffassung nochmals bestätigt: Obwohl der buchhalterische Fehler, der zu der Kreditierung des Verrechnungskontos führte, durch eine berichtigte Steuererklärung der Gesellschaft korrigiert wurde, war – laut „Conseil d’Etat“ – davon auszugehen, dass der Gesellschafter über die eingestellten Beträge verfügen konnte. Zu einem anderen Ergebnis würde es nur dann kommen, wenn der Gesellschafter hätte nachweisen können, dass er tatsächlich weder über diese Beträge weiter verfügen konnte, noch diese ihm zur Verfügung gestellte Einkünfte darstellten.

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Dr. Kurt Schlotthauer ist der Gründer und CEO von Coffra. Seit 1972 engagiert er sich im deutsch-französischen Geschäftsumfeld. 1985 gründetet er Coffra. Zusammen mit über 140 Mitarbeitern betreut die Coffra heute mehr als 650 Unternehmen weltweit.