Diebstahl von beförderten Warenbeständen

Limitierter Anspruch des Geschädigten

Ein Transportunternehmen wurde mit der Beförderung von Warenpaletten nach Belgien beauftragt. Der Vertrag untersagte ausdrücklich die Durchführung des Transports durch einen Unterlieferanten.

Das Transportunternehmen hielt sich nicht an dieses Verbot. Die Warenpaletten wurden während der Durchführung der Beförderung gestohlen.

Der Auftraggeber beantragte den Ersatz des gesamten erlittenen Schadens und verweigerte die Beschränkung der Schadensersatzhöhe, wie sie die Genfer Konvention vom 19. März 1956 für internationale Warenbeförderungsverträge grundsätzlich vorsieht. Als Begründung führte er an, dass das Transportunternehmen vertragswidrig einen Unterlieferanten beauftragt hatte.

Das angerufene Gericht, bestätigt durch das Urteil des Kassationsgerichts vom 13. September 2017, folgte nicht den Einlassungen des Klägers. Seiner Ansicht nach war der Diebstahl nicht durch die Vertragsverletzung des Transportunternehmens verursacht worden. Dem Geschädigten stand damit nur ein nach dem obigen internationalen Abkommen limitierter Schadensersatz zu.

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Dr. Kurt Schlotthauer ist der Gründer und CEO von Coffra. Seit 1972 engagiert er sich im deutsch-französischen Geschäftsumfeld. 1985 gründetet er Coffra. Zusammen mit über 140 Mitarbeitern betreut die Coffra heute mehr als 650 Unternehmen weltweit.