Die neue Immobilienvermögensteuer („IFI“)

Wegfall der alten Vermögensteuer („ISF“)
Verschärfte Steuerkontrollen sind nicht auszuschließen

Präsident Macron hat eine weitere, in seiner Wahlkampagne angekündigte Maßnahme umgesetzt. Ende 2017 läuft die alte Vermögensteuer („impôt sur la fortune“, „ISF“) aus. Ab dem 1. Januar 2018 gilt eine neue Vermögensteuer („impôt sur la fortune immobilière“, „IFI“), die als Besteuerungsobjekt ausschließlich den Immobilienbesitz voraussetzt.

Für die meisten der bisherigen Vermögensteuerpflichtigen tritt damit der völlige Wegfall der Vermögensteuerbelastung – soweit sie über keinen bzw. nur über einen wertmäßig geringen Immobilienbesitz verfügen – oder zumindest ein wesentlicher Rückgang ein. Die neue „IFI“ ist nicht lediglich eine auf den Immobilienbesitz beschränkte Fortführung der alten „ISF“, sondern eine neue Gesetzesbestimmung, die teilweise andere Ermittlungsregelungen vorsieht.

Wir werden in unserer nächsten DiagnosticNews-Ausgabe hierauf noch detailliert eingehen.

Für die Praxis ist jedoch bereits heute darauf hinzuweisen, dass die Finanzverwaltung bei der Überprüfung der in den neuen „IFI“-Steuererklärungen angegebenen Werte für die Immobilien weniger Toleranz als bisher walten lassen wird. Es wird deshalb empfohlen, die in den alten „ISF“-Erklärungen angegebenen Werte bei der Übernahme in die neue „IFI“ eingehend zu überprüfen und gegebenenfalls notwendig erachtete Berichtigungen vorzunehmen bzw. zumindest stichhaltige Argumente zusammenzutragen, die ein Nichttätigwerden rechtfertigen. Diese vorbeugenden Arbeiten sollten insbesondere von Immobilienbesitzern, die bisher mit der Begründung, unter dem Schwellenwert von 1,3 Mio. € zu liegen und deshalb keine „ISF“-Erklärung abgaben, durchgeführt werden. Bei besonders hohen möglichen Abweichungen empfiehlt sich gegebenenfalls auch die Abgabe von nachträglichen Steuererklärungen.

Die oben geschilderte Problematik dürfte sich verschärft an gewissen privilegierten Plätzen (wie z.B. Côte d’Azur) für von Steuerausländern gehaltenen Immobilien abzeichnen.

Geschrieben von

Dr. Kurt Schlotthauer ist der Gründer und CEO von Coffra. Seit 1972 engagiert er sich im deutsch-französischen Geschäftsumfeld. 1985 gründetet er Coffra. Zusammen mit über 140 Mitarbeitern betreut die Coffra heute mehr als 650 Unternehmen weltweit.