Hohe Geschäftsführerbezüge

Insolvenzbedrohtes Unternehmen

Die Aktionäre warfen dem Präsidenten der Gesellschaft vor, Geschäftsführungsfehler begangen und sich darüber hinaus überhöhte Gehaltsbezüge zukommengelassen zu haben, obwohl sich das Unternehmen in finanziellen Schwierigkeiten befand.

Der von Gerichts wegen beauftragte Sachverständige erachtete, dass die Gesellschaft von einer wirtschaftlich schwierigen Marktsituation betroffen war. Die vom Präsidenten vorgeschlagene Kapitalerhöhung sei von den Aktionären abgelehnt worden. Nach Ansicht des Sachverständigen war dem Präsidenten kein Geschäftsführungsfehler vorzuwerfen.

Das angerufene Gericht folgte der Meinung des Sachverständigen. Danach hätte der Unternehmensleiter zwar trotz der finanziell schwierigen Lage der Gesellschaft seine Geschäftsbezüge nicht entsprechend angepasst, aber diese Unterlassung habe keine nennenswerten Auswirkungen auf die Gewinn- und Verlustrechnung des Unternehmens gehabt und auch nicht zu den Schwierigkeiten der Gesellschaft beigetragen. Die Schwierigkeiten seien durch Vorkommnisse, die unabhängig vom Willen des Präsidenten bestanden, begründet und zwar insbesondere durch die schwierige Marktsituation zu erklären.

Die Schadensersatzklage der Aktionäre wurde aus diesen Gründen verworfen. Die Entscheidung wurde durch das Kassationsgericht mit Urteil vom 20. September 2016 bestätigt.

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Dr. Kurt Schlotthauer ist der Gründer und CEO von Coffra. Seit 1972 engagiert er sich im deutsch-französischen Geschäftsumfeld. 1985 gründetet er Coffra. Zusammen mit über 140 Mitarbeitern betreut die Coffra heute mehr als 650 Unternehmen weltweit.